Koch`sche Texte & Podcasts (Lediglich ein klitzekleiner Auszug als "Schmeckerle")
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S`Herbschtlaub
Des Herbschtlaub, des oin diaf entzückt,
solangs d’Umgebung farbig schmückt,
hôt leider dia bled Oigeschaft:
Es folgt de Erdaziehungskraft...
...des hoißt, me merkts bei jedem Schritt,
dass es halt nôch seim Glanzauftritt
in Rotbraungolden ziemlich bald
auspauert Richtung Bode falld,
zerscht a baar Kürvle no beschreibt
und denn zum Sterbe liegebleibt.
Jetzt gôht’s dô it bloß um fünf Blätter,
noi, s’Herbschtlaub hôt zigdausend Vetter,
dia im Naturkreislaufverbund
sich ab Oktober zammedunt,
und sich, no ganz oder verstücklet,
zue a ma Laubdeppich entwicklet,
der, wenn me munter drieberpirscht,
unter de Sohle herrlich knirscht.
Des Laub, des me dô knischtre hört
und beim Spaziergang so betört,
des ärgert oin vorm oigne Haus
granatemäßig bis dett naus,
weil’s alle zwoi, drei Dag voll Fruscht
zue Heife zammereche muscht...
...und unter Kreizweh bis zum Nacke
in riesige Babiersäck packe,
dia bis zum Abraum me bewahrt
oder in d’Deponie nabfahrt.
Jetzt kennt me sage: „Guate Frau,
dia Knochearbet hent mir au“,
worauf i denn zur Antwort gieb,
dass i den Blätterkehrbetrieb
mir gar it so zue Herze nähm,
wenns s’Meischt it no vom Nôchber käm,
der sich sorglos und ubeschwert
en Dreck um seine Laubbüsch schert,
dia an de Grundstücksgrenz mi nervet,
weil se ihrn Gruscht zue mir rumwerfet.
Verständlich wohl, dass ich dô fluach
und zornig a Revanch versuach,
bei der i übermäßig glänz
an Weitsicht und Intelligenz:
I schmeiß es, voll im Element,
nämlich retour mit bloße Händ,
aber kaum flattert’s zue em num
blôst m’rs de Oschtwind wieder rum.
Inzwische freilich bin i g’scheiter
und in der Sach scho a weng weiter
- a Lösung, dia viel besser greift:
I wart jetzt, bis en Weschtwind pfeift,
denn wirbelt s’Laub, des bei mir lagert,
inzwische trocke und abgmagert,
mit Leichtigkeit, des isch mr lieber,
zum übernächschte Nôchber nieber,
der’s denn, was ihn aufs Höchschte ehrt,
wohl oder iebel zammekehrt.
Und i? I lauf an em vorbei
und sag zue seiner Schufterei,
(voll Anteilnahme ohne Frôg):
„Gell, mit dem Laub, des isch a Plôg!“
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D’Handdasch
En Ma privat kommt außer Haus
mit wenig Requisite aus,
dem duat koin Schulterrieme weh,
weil der helt sich an B-S-G,
a Formel, dia em prima gfellt:
und dia hoißt: Briafdasch, Schlüssel, Geld.
Des Trio basst denn au adrett
und ganz problemlos ins Jackett.
Klar hôt ’r, s’ka it andersch sei,
it immer iebral alls debei,
defür steckt au im Gegesatz
alles penibel an seim Platz;
und sucht ’r schnell môl ebbes gschwind,
denn langt er nei und findet’s ....blind.
A Messer, môl zum Beispiel bloß,
oder a Sackduech in de Hos,
a Brill und/oder Zigarette,
a halbes Pfund Potenztablette,
oder für’s Schnuckiputz-Gelall
a Handy an de Gürtelschnall...
...des isch denn scho dia sogenannte
recht rare Magnumvariante.
Doch denn isch hôtte. Meh Ballascht
wär für a Mannsbild Folter fascht.
Begibbt a Frau sich außer Haus,
denn sieht dia Sach scho andersch aus,
denn d’Mehrheit, also achtzg Prozent,
schleppt, wo se nagôht, permanent
an ihrem Arm a Jesestrumm
von a re Dasche mit sich rum,
in dia, obwohl des Gwicht jô schlaucht,
alls neibasst, was a Frau so braucht...
...und des – mit Männer im Vergleich –
isch, milde gsaggt, recht umfangreich.
Völlig egal, um was sich’s dreht,
für jede Eventualität
mit der oins Lebe konfrontiert
und was a Frau halt so tangiert,
liegt mit Bedacht und Hintersinn
in derre Damedasche drin;
also, môl überschlage so,
ugfähr de halbe Hausstand scho.
Me kennt au sage, ganz konkret:
A ÜBERLEBENSKAMPFPAKET.
So gwappnet für des Lebe drauße,
ka frau getroscht durch d’Gegend sause.
Zuegäbe: s’gibbt a klois Problem
bisweile mit em Suach-Syschtem -
genau g’saggt: Braucht se ebbes fix,
nôch langt sei nei und findet - nix!
Des macht zum Beispiel vor re Kass
mit Warteschlang en Heidespass,
wenn se de Geldbeitel grad suacht
und ihre Schlamperei verfluacht.
Dô gruschtlet se denn drinnerum
und taschtet, wuahlt und suacht sich dumm ;
im Innefach isch it viel los,
do bebbt a uralts Guetzle bloß,
drum schiabt se alls in ihrem Leid
zerscht links num, denn auf d‘ander Seit
und macht vor lauter Hektik kurz
vor alle Leit en Taschesturz.
Des isch zwar denn dia praktischt Lösung,
doch au en Akt der Selbschtentblößung:
De ganze Inhalt von der Dasch
- vom Ausweis bis zur Deoflasch,
en Tampon, Lippestift, Parfüm,
en Jackeknopf vom Samtkoschtüm,
drei Kuli nebb’ me Ohreclip,
oh, Gott, en schwarze Tangaslip,
au von re Brezel a paar Brösel,
a Foto von me junge Schnösel,
und no dezua, um Gottes Wille,
a Päckle Antibabypille
liegt schutzlos auf em Förderband...
...und d’Leit, dia glotzet wia gebannt
auf des intime Innelebe
des ihne grad wird preisgegebe.
Mein Gott, dô fühlt me sich ugfähr,
wia wenn me budelnacket wär…
und ganz am Schluss erscht, s’duet grad weh,
findet se endlich s’Portmonnaie.
Kaum aus em Lade, bringt se glei
a Ordnung in dia Dasche nei
und findet plötzlich denn au alls,
so zwoi, drei Dägle jedefalls;
doch bald scho ändret sich des Bild...
dia Dasche wachst und wachst und schwillt,
und wieder tragt se halt a Drumm
von a re Dasche mit sich rum,
dia schwergwichtig in d’Schulter kneift...
...was klar, a Mannsbild nia begreift!
Der nimmt, wia g’saggt, koi Dasche mit
den ganze Gruscht, den braucht ‘r it -
und WENN, denn hôt er meischtens sei
liebende Gattin mit debei,
zua der me sage ka, ganz rasch:
„Du, hol môl s’Veschper aus de Dasch!“
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Mundart im Schloss Amtzell - Ingrid Koch und "Die Ziegelbacher"
Zum Audio-Podcast des SWR bitte auf Foto oder Logo klicken: ![]()
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Schönheitswahn
Wenn dein Körper und dei G’sicht
it em Schönheitstrend entspricht…
…bisch scho an de Schenkel schlaff
und au obe nemme straff…
…isch dei Nas it ideal
und de Mund verkniffe-schmal…
…willsch dia diafe Sorgefalte
in deim Antlitz nemme b’halte…
…isch dein Hindre nemme knackig –
kurz, du magsch di nemme nackig…
…brauchsch it seelisch eizueknicke –
denn défür gibt’s heit Fabrike:
Schnippelwerkstätt, voll im Trend,
„Superbeauty, Second Hand“.
Schönheit ka me sich heit kaufe,
mussch zum Dr. Mang bloß laufe,
scho macht der mit seim Skalpell,
desch für den a Bagetell,
aus re eißerliche Niete
ratzefatz a Aphrodite.
Fürsorglich saugt der de Spegg
in de Mittagszeit schnell wegg;
Naserücke nei befliegle,
gôht so schnell wia‘s Hemmed biegle;
um de Hühnerhals zue straffe,
muss ‘r d’Haut im Gnick bloß raffe…
….und für d’Lipperunzelspritze
derfsch sogar im Sessel sitze;
lediglich beim Busehänger
gôht der Eigriff a weng länger,
au de Bobbes hochzueneah,
isch it im me Schtündle g’scheah.
Drum, me muss sich it erbarme,
Mischter Mang wird nia verarme,
dem sein Tschobb bleibt etabliert,
weil de Markt, der expandiert:
D’ Gsellschaft isch em Jugendwahn,
- könnsch fascht sage – untertan!
Und es werret immer meh!
Schönheitsfehler dunt scheint’s weh!
Und it jedre dritte Frau –
noi, de Mannsbilder jô au.
Gôht des weiter so ringsum,
laufet bloß no Moddls rum
Wenn me künftig wem begegnet,
der mit Schönheit reich isch gsegnet,
woiß me bald scho nemme recht,
isch dia baschtlet, isch dia echt?
Wia sollsch dô, s’isch grad zum Lache,
ehrlich Komplimente mache?
Oder vielleicht ändert sich
s’ Sprachverständnis unterm Strich
und dia fühlet sich erscht g’schmoichelt,
wenn me A‘erkennung heuchelt
und ‘ne saggt im Lobeston:
„Schick, dei neues Silikon“.
Irgendwenn wird’s soweit komme,
dass me nemme u‘benomme,
ohne schönheitsoperierte,
sprich zum klassisch korrigierte
Zinke sich auf Schtrôß naus traut –
weil des jede Chance verbaut.
Alle zoiget mit em Finger
auf ‘n: „Guck, der hässlich Dinger,
wia DER umenander lauft
und aus Geiz koi Schönheit kauft!“
Mann, was kommet dô für Zeite…
…dia schafft bald scho Minderheite!
Durch dia neie Metzgergilde
wird sich a Apartheid bilde:
Ei‘schlägige IN-Lokal
werret künftig ganz brutal
rot an d‘Eigangsdier naschreibe:
„WIASCHTE MISSET DRAUSSE BLEIBE“.
Was mi freilich frait debei:
Dr. Mang kommt au it nei
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Oma werre isch id schwer...
Echt - hôn i früahr a Oma g’seah,
denn bin immer neidisch g‘weah
und hôn zum Sohn g’saggt: desch perfid!
Mach‘ endlich nôche, dass was gschieht;
und in re hoiße Liebesnacht
hôt er denn doch scheints nôcheg’macht,
denn seither gibt‘s a Enkelin,
sodass i jetzt au Oma bin.
Klar denk i, blind wia Omas sind,
sia sei des s‘allerschönschte Kind,
und wenn i in meim Sichtbereich
sia mit Gleichaltrige vergleich,
denn regischtrier i freudig: Dia
könnet it naschmecke an sia -
muss also, des no nebebei,
auf Omas nemme neidisch sei.
Sia isch so goldig, liab und siaß
so woich vom Kopf bis zue de Fiaß,
und au so pfiffig scho und g’scheit,
so klug, dô staunet alle Leit.
Logisch isch dia kloi Schnucki-Maus
in de Entwicklung weit voraus,
mit ihre knäppliche fünf Jôhr
rechnet dia Goiß mir scho was vor,
ka au scho ihr’n Name schreibe!!
Also, dô kasch bloß d’Auge reibe:
So a tolls Kind, so u’verboge,
so offe und ….tipp-topp erzoge!
Schade, dass i den Schnuckel nie
oder bloß äußerscht selte sieh;
was dät i alls für tolle Sache
wenn se môl dô wär, mit re mache,
und sia dät g’wieß mit ihrem schlanke
und feine Kinderhändle danke,
in dem se übern Kopf mir streicht
und it von meiner Seite weicht…
wenn i was abschlag, freindlich lacht…
und was i sag, gehorsam macht…
…und drum, dia Frôg bedrückt mi sehr –
Wann kommt der Schatz môl zue mir her?
I mecht it ewig, heidenei,
am Telefon bloß Oma sei!
Dia Not hôt jüngscht a Ende g’nomme:
Im Juli isch se zue mir komme;
i bin vor Fraid an d’Decke bald…
…also – i moin, am A’fang halt!
Denn schnell war klar im Übermaß:
Des Butzi isch a Rabenaas
und i trotz innigschter Bemühung
a Opfer fehlender Erziehung!
Ihr ausgeprägter Machtinschtinkt
mi a’fangs fascht um d’Fassung bringt,
denn bitte, gell, wer bleibt scho still
bei ständigem: „I will, i will!“
Und hôn i a weng g’mault: „Du Fratz,
füg môl a „Bitte“ in Dein Satz“,
war d’Reaktion a Riesegschrei:
„Des sag i meiner Mami fei.“
Dass se beim Frühstück Faxe treibt,
dass s’halbe Brot oft liegebleibt,
dass, logisch, d’Kabatass umkippt
und sia bloß schnippisch Antwort gibbt –
guat, des verbuacht me glei am beschte –
unter: Sia will halt d’Grenze teschte.
Aber mir bleibt scho d’Spucke wegg,
wenn dieser süße Omaschreck
mir meine Stöcklesschuah stiebitzt,
drin rumklepft und s’Parkettholz striezt,
auf der Terrass mit rumspaziert,
und, weil se z’groß sind, prompt verliert –
…worauf s’es, fuaßballtechnisch g’schickt,
voll schpeed ins Rosebeet neikickt -
und auf mei Forderung: „Hebs auf
und brings wieder in d’Wohnung nauf“,
mir glatt drauf na der Aff, der kleine,
entgegnet: „Spinnscht du? Sind des meine?“
Was hôt dia Goiß mi nachts erschreckt,
mi zue re U‘zeit jählings g’weckt
und ohne mit de Wimper z’zucke
erklärt, sia mecht jetzt Sindbad gucke;
oder, au it zum jubiliere,
mit’m Babbe schnell telefoniere…
…also, bei so viel Nachtgetöse
schrumpft d’Liebe schnell auf Erbsegröße!
I bin, des ka me au verlange,
fascht däglich mit re schwimme gange,
des… hoißt…: i hôn de Ball zuewerfe,
Schwimmflügele aufblôse derfe,
als Bodyguard im Bad rumsocke
oder an Beckerand nahocke,
drei-, viermôl an de Kiosk laufe,
Eis, Kaugummi und Spätzle kaufe,
gnädischt de Bobbes trockereibe –
doch möglichst sonscht u‘sichtbar bleibe…
…so lang, bis Ihre Majeschtät
g’saggt kriagt hôt, dass es roiche dät,
worüber, klar, Oma und Kind
verschiedner Meinung g’wese sind;
oder, jetzt schnell a weng genauer:
Es war en Auftritt voller Power,
der mir souffliert hôt nebebei,
dass i a doofe Oma sei.
Des grad beschriebne Omajoch
hôt schliaßlich mi a ganze Woch
durch Haus und Hof und d’Landschaft g’scheucht
und meine Nervesträng durchwoicht:
„Oma komm her, Oma gang wegg!
Oma, i mecht a Hefeschneck!
Oma, i will a hoiße Wurscht,
noi kalt, noi hoiß. Oma, hôn Durscht!
Oma, der Apfelsaft schmeckt bäh!
Oma, du hôsch jô krumme Zäh!
Oma, lies mir sofort was vor!
Oma, bisch daub, hôsch was am Ohr?
Ooooma, komm schnell, d’Uroma strampelt,
i hôn re grad s‘Gebiss hiehtrampelt…
…wenn des koin Grund isch, durchzuedreah –
Gottlob isch es scho Samstag g’weah!
Nôch acht Dag isch ihr Mamme komme
und hôt des Menschle mit sich g’nomme;
i hôn ne fraindlich nôchg’winkt no
und auf g’seufzt denn : „Mei, bin i froh!“
Heit frôg i, wenn i Omas triff,
„Hôsch du den Krampe...halt noi: Hôsch du dei Enkele im Griff“?,
und neun von zehne saget gschwind:
„Klar, desch a wunderbares Kind“!
Drauf wird’s mir regelmäßig schlecht,
weil i find des arg ungerecht!
Doch wenn du di denn nunterbuckscht
und näher môl des Kind a’guckscht
und en Vergleich mit meim denn ziahscht –
denkscht: „Guat o.k., defier isch’s wiascht“.
Und scho isch, trotz Gehorsamsnot,
mei Omawelt wieder im Lot!
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Schwäbische Nest"ent"schmutzung
Ich konstatiere voller Graus:
Schwäbische Mundart stirbt fast aus!
Der Dialekt verliert die Erdung
und gilt gar als Erfolgsgefährdung
im Karrierejobgerangel;
als Synonym für Bildungsmangel;
als Sprachlernbasis ungesund,
als sperrig, derb, breitmäulig...und
- phonetisch wie ein Ackerpflug
- als bäurisch und nicht fein genug!
und dass mit diesen "Mundart"viren
die Kids sich jaaa nicht infizieren,
reden mit hoheitsvollen Mienen
die Schwaben-Mamis...DEUTSCH mit ihnen.
Entschuldigung: HOCHDEUTSCH natürlich!
Was allerdings, ganz unwillkürlich,
herkunfts- und landschaftlich bedingt,
meist nur nach Schleiflack-Schwäbisch klingt!
Wie schade doch um diese Kinder,
die später dann, mehr oder minder,
Schwäbisch (ich kanns mir nicht verkneifen),
VERSTEHEN zwar, doch nicht BEGREIFEN!
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Schwäbischer Liebhaber
So a frisch verliabt’s Mannsbild isch geischtig-mental
für Normale normalerweis’ nemme normal,
weil der schtôht jô allbott in sei’m G’fühlsüberschwang
Dag und Nacht quasi unter Eroberungszwang,
und wenn s’hitzige Bluet hald wo andersch na fluedet,
isch de Hirnkaschte folglich it richtig durchbluedet.
Um sei Herzblatt zum kriage, lôsst er fascht nix meh aus,
fueßlet hinter re her und schleicht heimlich ums Haus,
macht Gedichtle und schreibt re, wia gern ’r se mag,
butzet d’Schuah und rasiert sich glei zwoimôl am Dag,
rueft re hundermôl a und kauft däglich en schene
Strauß knallroter Rose, um den Schatz zum verwehne.
Debei frôgt er id lang: „Mensch, was isch des für oine?!“,
noi, er saggt glei von vornerei: „Dia oder koine!“,
und ersch, wenn ’r se hôt, gibbt ’r endlich a Ruah,
weil ab dô hôt ’r wieder was anders zum due.
Kurz und guad, so helt d’Liebe landauf und landab
halt dia Männer (zuemindescht am A’fang) auf Trab.
Bloß beim Schwôb isch des andersch. Der duet sich dô schwerer,
seller daugt oifach it zue me hoiße Verehrer,
weil denn müeßt er fladdiere, und dia Kugelfuhr,
noi, dia isch em scho z’wider und geg’ sei Natur.
G’fallt em doch môl a Mädle, so a herzige Krodd,
woiß ’r dann au it recht, wia ’r s’a’fange sodd;
also guckt ’r môl hählinge zersch zue re num –
gucket a zwoit’s Môl und wartet, guckt se au zue em rum –
gucket nômôl, aber wenn ’r scho s’vierte Môl guckt
und denn merkt, dass dia Goiß mit de Wimp’r kaum zuckt,
isch dia Sach für en gloffe! Dôfür fählt em d’Geduld:
Wenn dia Blôder nix merkt, isch se selber d’ra schuld!
Um a seddige Henn macht me schliaßlich koi Gfrett:
Jô des dät grad no fähle! Wer it will, hôt scho g’hett.
Doch im Fall, dass se gucket und em it widerschtôht,
hoißt des freilich no lang noid, dass ’r glei mit re gôht!
Vorher wedd er scho wisse, isch dô ebbes dehinder –
hôt se’s dapfer verhobe oder scho ledige Kinder?
Uuuund was isch se? Was schafft se? Und von wo kommt se raus?
Erbt se môl a Schtück Bauland – oder glei a ganz’ Haus?
Hôt se s’Zeig zue me wuelige, sparige Weib
oder alldag en andere Fahne am Leib?
Isch se sauber und ka se gued koche und backe –
oder macht se a Dos’ auf und de Gruscht lôsst se flacke?
Und it u’wichtig wär no, ob se jetzt scho pariert,
it dass später des Menschle zum Saumensch mutiert!
Vor er des it all’s woiß, kommt ’r noid auf de G’schmack,
schliaßlich kauft me im Schwôbeland d’Katz it im Sack!
Aber deicht’s en, dia Sach kennt sich für en rendiere,
isch gar nemme ab’gneigt, dia Schneck zum poussiere.
„Schatz, ich liebe dich“, heert s’en nadierlich nia sage,
vorher dät er sich selb’r auf d’Gosche naufschlage -
noi, zum Ei’schmoichle wird er sich s’Maul it verrenke
und geschweige no alldag en Rosestrauß schenke.
Was en richtige Schwôb isch, hôt den Häckmäck it nedig...
vorher schwitzt r’s durch d’Rippe - und bleibt liaber ledig.
Jô so isch’s: bei de G’fühler isch de Schwôbema oige,
weil dia hôt ’r im Herze. Wozue sodd ’r dia zoige?
Wedd ’r - bloß môl zum Beispiel – dem Frau’le vermittle,
er dät sia um s’Läbe gern herzhaft verschittle,
umarme, verdrucke, verküsse, verschnuckle –
also alles in allem: verkassemaduckle –
nôch kriagt r’s, i schwör’s, oifach it über d’Lippe
und stupft re statt desse de Fing’r in d’Rippe,
legt höchschtens no dôbig de Arm um se rum
und knurrt: „Komm Lumbedier, Mensch jetzt due it so dumm!“
Traut ’r sich denn scho meh, weil’s en halt übermannt,
und moint: „Herrschaftnei, du bringsch mi schee durchenand
mit deim herzige Göschle und deim herrliche Leib,
oh du Luaderle, du bisch a abgschlages Weib“,
kennt’ me dia Art von Ausbruch, ohne s’Maul zum verbrenne,
so für schwäbische Maßstäb’ gladd Lei- de - schaft nenne.
Gôht ’r schliaßlich und endlich sogar mit re aus
und rückt nôch em Menü fluggs de Geldbeitel raus,
zahlt a saudeire Zech’, ohne dass ’r lang facklet,
isch es ernscht, denn jetzt hôt’s bei em a’schtändig g’schnacklet.
Seiner Braut aber ka me mit me echt guadem G’wisse
bei de Hochzeit denn sage: „Du, mit dem bisch it b’schisse -
isch ’r manchmôl auch g’schpässig und en maulfaule G’sell,
aaaaber dô, wo’s drauf a’kommt, immer rührig und schnell.
Und bei Godd, wenn s’en bubbfret, lôsst er au nix verbrenne:
Weil sonscht dädet jo it so viel Schwôbe rumrenne!
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Dia richtig Erziehung (ein Gedichtsquickie zum Muttertag)
Also, ehrlich g’saggt, wenn i
heit dia junge Müttre sieh
in ihr‘m redliche Bemüah,
ihre Goof..äh…Kinder zu erziah -
und vergleich des denn mit friehr…
….frôg i mi, wia hent denn mir
unsern Nôchwuchs u‘verboge
zue Erwachsene erzoge,
ohne dass se heit latent
ebbes an de Waffel hent?
Guet, o. k., des muss me wisse:
Sia hent doch meh folge misse;
hôt ne, au wenn’s Herz hôt bluatet,
môl a klares NEIN zugemuetet;
mir hent au, i muss scho bitte,
nia mit andre Müttre gschtritte,
bloß weil d‘Kind sich it vertraget
und sich auf de Däz naufschlaget;
mir sind it mit unsre Range
däglich d‘Fraindin bsuache gange
und wenn d’Kind hent Bledsinn triebe,
seeleruuuhig hockebliebe;
unsre Kinder hent it dürfe
an wildfremde Möbel schürfe -
und in Gschäft vor allen Dinge
frech im Schaufenschter rumspringe;
mir hent d’Kind mit Kochtem g’füttert
und sind it ins Café gflittert;
hent it, wia ms heit oft sieht,
ôbends d’Vädder no bemüht
und uns mit ene verkracht –
Kurz, MIR hent alls richtig g’macht!!!!!
Allerdings – des gib i zua:
So beim Aufziah von meim Bua
war mei Mutter oft am Plärre:
„Gott! Was wird aus DEM Kind werre?“
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Zerstraiter Proffessr
Mein Fraind, en ältre Herr bereits,
gôht gern in d’Sauna oinerseits,
schätzt ab’r, um sich auszuestrecke,
andrerseits au s’Thermalschwimmbecke
Klar dass ’r s’oi UND s’andre duat,
denn boids isch jô für d’Knoche guat.
It guat isch, wenn ’r stressbedingt
de DRESSCODE durchenand‘rbringt,
weil s’gilt bekanntlich jô it s’Gleich‘
in dene boide Nassbereich…
…me hôt, wia me sich denke ka,
bloß in de Sauna drin...nix a.
Mein Fraind, frisch aus de Dampfkabine,
marschiert indes mit froher Miene,
stolz wia en Pfau ohne Beeilung
durch s’Terminal in d’nächscht Abteilung,
um dô gege diverse Leide
ins vierzg Grad warme Wasser z’gleide.
Was freilich auf em Weg dôna
er sich it ganz erkläre ka,
isch, warum d’Leit, dia ihn dô seahet,
verwundret nôch em d’Kepf verdreahet
und Fraue, dia vorüberdüset,
ihn z’môl so ieberfraindlich grüßet.
Komisch, denkt ’r, a weng scheniert,
des isch mr jetzt no nia bassiert.
Endlich im Wasser drin, schwimmt er
genüsslich hin, genüsslich her
und zupft debei gedankelos
an seiner blaue Badehos…
…des hoißt, er zupft erfolglos dra -
weil, hoi: er hôt gar koine a!
Halbglähmt vor Schreck, denkt ‘r entsetzt:
„Herrschaft nômôl, was due i jetzt?
I ka doch it bis zehne schmachte
und im Schwimmbecke übernachte!
Oder vorm ganze Menschehaufe
jetzt z’môl auf alle Viere laufe.
Doch komisch, gell, jetzt, wo i’s woiß
wird’s mr abwechselnd kalt und hoiß
und i wirr rot bis zue de Ohre,
weil jetzt hôn i d’Uschuld verlore.“
Doch statt s’Problem nass zue verdöse,
entschliaßt ‘r sich, es so zue löse:
Er saggt sich, in de Badehalle
kennet mi jetzt jô eh scho alle,
jetzt mach ne halt nômôl dia Fraid...
sag zue de Männer: „No koin Neid“,
und frôg dia Dame voll Noblesse:
„Bonsoir, wellet se mei Adress?“
Gschtärkt durch den tolle Psycho-Trick
lauft ‘r stolz budelnacket zrick…
…doch jetzt - mitunder lauft’s scho dumm -
gucket koi S…Mensch meh zue em num.
(Isch in Bad Endorf echt so bassiert…)
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De Chrischtbaum...
Wenn i sentimentale Spinnre
mi an dia Weihnachtsbaim erinnre,
wo friahr - I war dô no a Kind -
in unsrer Stube g’schtande sind,
denn, i gibbs zua, muss i leer schlucke
und insgeheim a Trän‘ verdrucke...
Warum, wieso? Godd, was woiß i? -
Vermutlich Altersnoschtalgie!
Zueständig für d’Beschaffung war
mein Babbe immer, des isch klar,
und dômôls scho, wia’s heit no lauft,
hôt er chronisch de falsche kauft.
Isch’s wieder môl a Rottann g’wese,
hôt me‘m sofort d’Levitte g’lese,
weil Rottanne jô permanent
scho beim Rei‘trage gnôdlet hent.
De nächschte Nôdelniederschlag
war denn kurz drauf am Stefansdag,
und bis Dreikenig war komplett
des nodig Baimle a Skelett.
Isch’s môl im wenig elegande
Baumständer endlich richtig gschtande,
isch d’ledig Tante Ruth a’grückt
und hôt den Baum voll Inbrunscht g’schmückt…
…und dô – wegg ihre schwache Nerve –
hôt koiner fei neischwätze derfe!
Für mi als Kind, von heit aus g‘seah,
isch aber no viel scheener g’weah,
kurz vor em Fescht auf leise Sohle
dia Schachtle von de Biehne z’hole,
in dene, früahr hôt me no g’schparet,
dia Herrlichkeite g‘lagert waret:
Kugle, doilweis mit Altersnarbe
in alle Regebogefarbe,
dickbauchig-fette Silberkette,
handgmachte Goldpapierrosette,
Strohstern môl mit, môl ohne Mängel,
blau-rote Holzzwerg, Rauschgoldengel,
Bienewachsekerze selbchstverständlich
und als dia Krönung no schlussendlich
so für de oberscht Logesitz
dia hochherrschaftlich Chrischtbaumspitz.
Indesse, so de rechte Pfiff,
also de allerletzschte Schliff,
hôt erscht s’Lametta ihm verliehe,
denn war de Baum zum… Niederknia!
Heit dät me sich vor Lache biage
und wohl de Kitschpreis defier kriage;
doch in de Fuchzgerjôhr war des
für uns als Kinder sooowas Schees,
um unsre Herzle zue erhelle…
…was hôn i vorher sage welle?
Ah - zum Lametta bin i komme:
A‘dächtig hôt me d’ Fädle g’nomme,
immer bloß drei, môl höchschtens vier -
und ganz behutsam mit viel G’schpier,
dass nix verreißt und nix versengt,
vorsichtig über d’Zweigle g’hängt,
a)dass m’s sieht ganz vornedra
und b) wieder verwende ka.
Und war a Stroifle wachsversiegelt
und g‘rumpfelt, hôt m’s halt schnell biegelt.
Heit käm moi Menscheseele meh
auf so a sparige Idee,
und Gatte, dia a Rottann brächtet,
würdet ausgschtoße und geächtet,
denn zwischezeitlich sind jô wohl
au Weihnachtsbaim Statussymbol!
Geduldet sind bloß Alpha-Baim,
wia Weiß-, Blau- und Nordtanne-Traim,
symmetrisch g’wachse, ohne Fehl,
kurzum: a chrischtbäumlichs Juwel.
De hohe Preis wiegt au it schwer -
Hauptsach, der Baum macht ebbes her,
dass er jô jedem g’fellt und frommt,
der denn zum Chrischtbaum lobe kommt.
Drum achtet drauf beim Dekoriere:
Scho d’Farbe soddet harmoniere!
Dia von de Kerze ganz diskret
mit’m Querstroife von de Dapet;
s’Nordtannegrün schee mit em Perser
und d’Kugle möglichst, no perverser,
mit em nei kaufte Feschtdagskloid.
Mein Godd, dunt mir dia Baimle loid!
De mei strahlt dies Jôhr immerhin
in schickem Rosarot-weiß-grün…
…weil‘s (was bei andre mir verhasst)
so guat zum neie Deppich basst.
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